Vom Kuhstall zur Weltspitze Fujigengakki

Fachblatt Musikmagazin 1987

Titelblatt Fachbatt MusikmagazinHinter diesem Japanischen Wort verbirgt sich etwas, was wohl jeder, der stolzer Besitzer einer IBANEZ, SQUIER oder ROLAND Synthesizer Gitarre ist, brennend interessieren wird. Es ist der Name des grössten Gitarrenherstellers in Japan und stückzahlenmässig auch der ganzen Welt. Benannt ist die Firma FUJI, SAITENINSTRUMENTE, im Branchenjargon kurz Fujigen, nach dem mit 3778m höchsten Berg Japans.

Doch vorweg: wie kam es zu diesem Bericht? Es ist nämlich kein altbewährtes Mitglied der FACHBLATT-Mannschaft, das diesen Artikel geschrieben hat, sondern ein Japanologe der nebenbei auch noch ein „guitar-maniac“ ist. Um die japanische Sprache in den Griff zu bekommen, erhielt ich einen Austauschstudienplatz an der Tübinger Partneruniversität in Hiroshima.

Nun haben die Sprachlehrbücher aller Sprachen und Länder eines gemeinsam: sie sind alle gleich langweilig. Als Ersatz dafür habe ich japanische Musikerzeitschriften und alles, was es an Literatur über dieses Thema gab, verschlungen.

Fujigengakki in JapanGelegentliche Schwätzchen mit den lokalen Musikhändlern sorgten für die nötigen Insiderinformationen. Damit mir nicht ganz entging, was sich inzwischen in der Musik- und Instrumentenszene in Deutschland abspielte, haben Freunde aus Deutschland mir Ausgaben des FACHBLATT - MUSIKMAGAZIN zugeschickt. Die boten wie gewohnt eine reichhaltige Fülle von Informationen an. Bei Messe- und Testberichten war aber ein gewisses Informationsdefizit nicht zu übersehen. Das würde wohl nicht der Fall sein, wenn die Schreiber sorgfältig den jeweiligen Firmenprospekt durchgelesen hätten - den japanischen. Genau da liegt nämlich der Hase im Pfeffer.

Sofern überhaupt ein Prospekt in einer westlichen Sprache erhältlich ist, bietet er nur ein Bruchteil der Informationen des japanischen Originals. In den Büros japanischer Firmen tut man sich oft recht schwer mit Fremdsprachen und arbeitet nach der Devise: Wer nicht viel übersetzt, kann auch nicht viele Fehler machen. Das musste ich natürliche den FACHBLATT - Leuten gleich mal nach Deutschland schreiben: „Ich weiss was, was ihr nicht wisst! Aber anstatt sich über solch partielle Unkenntnis verschämt in die hinterste Ecke des Redaktionszimmers zu verkriechen, schlugen sie mit einem Eilbrief und massiven Forderungen zurück. Bilder und Geschriebenes wollten sie sehen. Das hat man halt davon, wenn man den Mund zu voll nimmt.

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