Geschichte Entwicklung Leo Fender Elektrogitarre

Die Fender Telecaster war schon eine ganze Zeit erfolgreich und sie war die erste E-Gitarre mit dem Precision Bass. Leo Fender begann in Folge 1952, mit der Entwicklung einer neuen elektrischen Gitarre.

Stark inspiriert, von der US-amerikanischen Automobilindustrie, ging er an die Sache heran. Leo Fender war stets bedacht, den Fortschritt in der Technik und Entwicklung voran zu treiben. So wurde das Nachfolgemodell entwickelt. Es lag auf der Hand, dass alle Erfahrungen der Telecaster einfliessen mussten.

Die Musikhändler verlangten ein besseres Instrument, dass mit den von Gibson hergestellten zu vergleichen war. Die damaligen Musiker, forderten mehr Klangmöglichkeiten und zusätzlich noch sowas wie ein Vibrato. Auch wollte man, dass das Instrument bequemer zu bespielen wurde und vom "Brett - Design" der Telecaster abkam.

Freddie Tavares war damals Produktionsleiter bei Fender. George Fullerton, der Fender mitgründete, dann der Gitarrist Bill Carson und Rex Gallion wurden beauftragt, die Eigenschaften der neuen Gitarre festzulegen. Man wollte, wie es beim Precision Bass bereits schon gegeben ist, den asymmetrischen Korpus, bei dem das obere „Horn“ des Cutaways verlängert wurde, einfliesen lassen. Der grosse und schwere Bass, bekam dadurch eine Balance und wurde angenehmer im Bespielen. Hinzu kam, dass das Design der Zeit entsprach. Der Gitarrist Rex Gallion machte den Vorschlag, dass der Korpus Aussparungen bekommen sollte, für die tiefere Spielhaltung und so wurde diese Aussparung "Bierbauchfräsung" genannt. Um den rechten Unterarm bequem über das Instrument legen zu können, wurde auch an dieser Stelle die Kante stark gebrochen. Die Kopfplatte wurde von Leo Fender mit einem neuen Design versehen.

Der Sound der Gitarre wurde mit dem Einbau eines Vibratos und dem Hinzufügen eines zusätzlichen Tonabnehmers in der Mitte der zwei bestehenden PU (Telecaster) ausgebaut und erweitert. Die geplante Brückenkonstruktion war ein gebogenes Blech, bei dem die Saiten zur Reduzierung der Reibung über kleine Rollen gleiten sollten.

Die ersten Prototypen waren im Jahre 1953 fertiggestellt. Diese wurden an verschiedene Musiker zu Testzwecken weitergegeben. Es konnte sich jedoch niemand von diesem "neuen" Instrument überzeugen. Die Blechkonstruktion des Vibratos machte den Sound zu nichte und wegen diesem Metal, wurden die Prototypen schrill und metallisch im Ton. Der Gitarrist Carson bezeichnete den Klang als billig, wie der eines billigen Banjos klingend, dass in einer Blechtonne gespielt wird. Leo Fender war jedoch so überzeugt von seiner neuen Konstruktion und ging in die Produktion mit diesen "Vibrato-Systemen". Fabrikarbeiter berichteten, dass die bestellten Vibratos noch jahrelang im Lager der Firma herumgelegen haben und nie verwendet wurden. Erst nach langer Überzeugungsarbeit von Gitarristen und Mitarbeitern, begann Leo Fender für die Stratocaster wiederwillig ein neues Vibrato zu designen. Es wurde das neue Prinzip, des Fender-Stratocaster-Tremolo-Systems.

Diese Gegebenheiten führten dazu, dass die neue Stratocaster ein Jahr später auf den Markt kam. Mit der Konstruktion einer kombinierten Saitenhalter-Brücke, die durch einen Hebel beweglich gemacht wurde, entstand ein brauchbares Tremolo. Bei dem optisch unauffälligen System, konnte man durch das Herunterdrücken des Hebels die Saiten herunterstimmen. Aus heute nicht mehr nachvollziehbaren Gründen, meldete Fender das System nicht unter dem korrekten Namen Vibrato an, sondern mit dem Namen Tremolo dem Patentamt. Eigentlich eine Verwechslung, die nie korrigiert wurde und die sich bis heute durchgezogen hat.

Die letzte Verbesserung an der berühmt werdenden Gitarre, war die Eingangsbuchse. Diese wurde von der Korpuszarge in ein ovales Blech auf der Gitarrendecke eingelassen. Es kam zu dieser Änderung, weil Leo Fender viele Telecaster zu Gesicht bekam, mit ausgerissener Klinken Buchse.

Leo Fender beauftragte seine Rechtsanwälte mit der Namensfindung. Wahrscheinlich weil er zuvor mit dem Namen "Broadcaster" ein Verfahren am Hals hatte oder ihm zumindest von Gretsch gedroht wurde. Diese hatte nämlich den Namen bereits schon für ein Schlagzeug, welches von Gretsch produziert worden war, im Einssatz. Der futuristisch klingende Namen „Stratocaster“ wurde dann als folge von vielen Vorschlägen letztendlich eingesetzt. Dieses Wort wurde aus den Worten Stratosphäre und Telecaster zusammen entworfen. Die Rechtsanwälte gaben die Zustimmung und merkten dabei nicht, dass der Hersteller Harmony die E-Gitarre „Stratotone“ auf dem Markt hatte. Harmony wehrte sich jedoch nicht dagegen und so wurde die Stratocaster, wie geplant, auf den Markt gebracht.

1954 wurden die ersten Stratocasters ausgeliefert. Die Erste hatte einen Preis von 249.00 Dollar und 39.00 Dollar für den Koffer. Die Telecaster war billiger und kostete damals 189.00 Dollar. Die Stratocaster jedoch konnte die Telecaster nicht verdrängen, obwohl man davon ausging und sehr damit rechnete. So überstiegen die Stückzahlen der Telecaster, noch über Jahre, die der Stratocaster. Also liess man beide Instrumente parallel laufen. Es wurden bis 1995 zwischen 1 und 1,5 Millionen Stratocasters produziert und verkauft.

Die Stratocaster passiert auf einem Erle- oder Eschekorpus und in diesem wird ein Ahornhals, mit einer Mensur von 648 mm eingeschraubt. Die elektronischen Bauteile sind auf einer Kunststoffplatte montiert. Am Anfang hatten die Gitarren neun Schrauben im Pickguard. Danach wurden meist elf Schrauben zur Befestigung des Pickguardes verwendet. Auch waren die ersten aus einlagigem Plastik und die Späteren dann aus dreilagigem Kunststoff angefertigt worden. Dieses vollbestückte und verdrahtete Schlagbrett, das sogenannte loaded Pickguard, stellt die elektrische Einheit dar und ermöglichte eine noch leichtere Serienproduktion, weil es vorgefertigt werden konnte und dannach als ganze Einheit, nur noch in den vorgefrästen Korbus eingelassen werden musste.

Die Stratocaster, die meistens aus Esche, also leichte Sumpfesche oder Erle gebaut wurden, seltener aus Pappel, hatten einen einteiligen Ahornhals, das waren die 54er und die 57er Stratocaster Gitarren. Später wurde der Hals aus zwei Teilen hergestellt, es wurde ein aus Palisander hergestelltes Griffbrett aufgeleimt. Das war das sogenannte 62er Modell, ging aber 1959 schon in die Produktion. Diese Gitarren hatten 21 oder 22 Bünde. Eine Sensation an den neuen Stratocasters, stellten die „Body-Shapings“ des Korpus dar, welches mit "Original Contour Body" bezeichnet wurde. Sie wurden an der Rückseite und in der oberen Zarge der Decke ausgeschliffen und abgeflacht. Das führte zu einem höheren Spielkomfort und macht die Stratocaster zur bequemsten Gitarre der Welt.

Das neue Tremolo stellt einen Saitenhalter dar und in den Stahlblock werden von unten die Saiten durchgezogen. Aus dem Stahlblock laufend, werden die Saiten direkt über die Brückenkonstruktion, den Saitenreiter, gespannt. Der Tremolohebel kann in Richtung Hals gekippt werden. Die in der Rückseite eingebauten Federn wirken dem Saitenzug entgegen. Auch diese einfache Konstruktion hatte zur Entwicklung der Spieltechniken beigetragen und veranlassete viele Hersteller, auch Tremolo Systeme zu entwickeln. Auch ist diese Konstruktion massgebend für den Sound der Stratocaster verantwortlich.

Drei Single-Coil-Tonabnehmern werden über einen Kippschalter angewählt. Die ersten Stratocasters hatten einen Dreiwegschalter und es konnten die Tonabnehmer einzeln angewählt werden. Erst im Jahre 1970 wurde der Fünfwegschalter hinzugenommen. Dieser ermöglicht es, Kombinationen von Hals- oder Stegtonabnehmer mit dem mittleren Pickup auszuwählen, genannt Mittelstellungen. Ein Lautstärkeregler und zwei Tonregler, also einer für den Halspickup und einer für den mittleren Tonabnehmer, sorgen für den Klang.

Mittlerweile gibt es weit über 50 verschiedene Stratocaster Typen. Die unterscheiden sich zum Teil nur in Details oder dem Produktionsstandort?! Eine Modellpolitik ist wirklich nicht mehr zu erkennen. Um sehr teure Preise zu rechtfertigen, bekommen die Gitarren Zusatzlabels wie Custom Shop, Limited Edition, Artist, Signature und Tribut Serie. Die Gitarren haben Eigenschaften, die teurer sind in der Produktion, vor allem bei den Tribut Gitarren.

Im April 1954 wurde die Stratocaster aus einem zwei Teile bestehenden Korpus, der meistens aus Esche Holz war, angefertigt. Ab dem Jahre 1956 wurde auch Erle verwendet. Zuerst war die Standardlackierung ein „2-Tone Sunburst“ und nur auf Sonderwunsch, waren andere Farben zu haben. Auch die Vergoldung der Metallteile, konnte man als Option bestellen. Der Hals war aus einem Teil Ahorn und hatte kein aufgeleimtes Griffbrett zu beginn. Die Bünde waren so in den einteiligen Hals eingesetzt. Der von hinten eingesetzte Spannstab (Trussroad), der eine Fräsung erforderte, wurde mit Nussholz verschlossen, genannt Stinktierstreifen. Die Krümmung des Halses, kann nur bei abgeschraubtem Hals vorgenommen werden. Die ersten Stratocaster hatten einen Kippschalter für die Tonabnehmer. Dieser besass nur drei Stellungen, mit dem der Hals-, der Mitte- und der Brücke-Tonabnehmer angewählt werden konnte. Kombinationen der Tonabnehmer waren keine vorhanden.

1959–1965 wurden bei der Stratocaster die ersten Änderungen vorgenommen. Man verwendete für alle Hälse, ein aufgeleimtes Griffbrett aus Palisander. Die Hälse der Stratocaster und Jazzmaster, waren somit identisch und man sparte an Produktionskosten. Die Ahornhälse wurden im Jahre 1959 eingestellt und erst später wieder aufgenommen. Die Dicke dieser aufgeleimten Griffbretter varierten. Es gibt Sammler die behaupten, sie könnten das am Klang erkennen. Die Änderungen bei den Tonabnehmern gegenüber den Ersten, hatten eine leicht höhere Ausgangsleistung und waren wärmer im Ton. Durch die Zusammenarbeit mit dem Chemiekonzern DuPont, der unter anderem für seine bunten Autolacke bekannt war, wurden die Gitarren in verschiedenen Farben ausgeliefert. Sonderlackierungen wurden auf Wunsch durchgeführt und bekamen den heute so beliebteb Namen „Custom Color“. Das war der Vorläufer, des heute nichts mehr aussagenden Namens "Custom Made" der bald für alles verwendet wird.

1965 verkaufte Leo Fender die Firma an den Medienkonzern Columbia Broadcasting System, kurz CBS.

An der Stratocaster, welches mittlerweile das erfolgreichste Modell war, wurde rumgebastelt und die neuen Besitzer von Fender glaubten daran, die Gitarre viel besser vermarkten zu können, wenn sie ihre Ideen konsequent durchsetzen würden.
Eine der ersten Änderung war, der fünfwege Schalter. Ein Plagiat verwendete einen solchen, nämlich Ibanez, der erst danach bei der Stratocaster verwendet wurde. Bei der Halskonstruktion wollte man, dass der Halsspannstab von oben her zugänglich gemacht wird. Im Jahre 1969 gab es dann Hälse, die ein aufgeleimtes Ahorngriffbrett hatten und bei denen, der Halsspannstab von der Kopfplatte her zugänglich war.

Die neuen Manager von CBS, wollten auf kosten der Qualität, was sich jedoch erst später als bewiesen zeigte, den Produktionsablauf kostengünstiger realisieren. Sie führten Veränderungen durch, die diese Gitarren immer schlechter klingen liessen. Die Fertigungstoleranzen waren viel zu gross. Der Materialeinkauf musste billig sein und die Produktionszeit wollte man verkürzen. Das Resultat war bald schon klar und das Gerücht verbreitete sich schnell, dass die CBS Fender Gitarren nie mehr das waren, was Leo Fender auf den Markt gebracht hatte. Viele damalige berühmte Gitarristen, bezeichneten diese Gitarren als unbrauchbar.

Kosteneinsparungen wurden auch an den Tonabnehmer realisiert. Es wurde ein neuer Spulendraht verwendet. Die Isolierung des Billig-Drahtes schmolz im Wachsbad, in das die Tonabnehmer nach der Wicklung eingelegt wurden. Weil das der Fall war, verzichtete CBS auf das Wachsbad und die Tonabnehmer begannen zu pfeiffen, anstatt zu klingen. Diese rückkopplungsanfälligen Tonabnehmer, konnten im Live-Einsatz kaum gebraucht werden. Auch die Halsbefestigung wurde von CBS auf drei Schrauben reduziert, waren es zuvor doch vier. Jedoch trug da Leo Fender dazu bei, dass diese neue Befestigung eingeführt wurde, welche auch bei G&L von ihm angewendet wurde. Die exakt ausgeführte Fräsung für die Halsbefestigung im Korpus, nahm CBS nicht so genau, was dazu führte, dass die Hälse sich bewegen liessen und keinen festen Halt mehr hatten. Die Hälse bewegten sich sogar während dem spielen und dazu kam noch, dass CBS eine grössere Kopfplatte haben wollte, welche dieses Problem gerade noch verstärkte. Dafür konnte man einen grösseren Fender-Schriftzug anbringen, was nur dazu diente, dass man den Namen grösser gestalten konnte. Man erhoffte damit einen besseren Werbeeffekt.

Noch ein Beispiel sei erwähnt, welches sehr bekannt ist. Man sah, durch den zu schlecht aufgetragenen Lack, Bleistiftnachrichten der Qualitätskontrolle, mit der Mitteilung "ACHTUNG HIER ASTLOCH" und einem Kreis um die Stelle. Das war sicher zuviel des "Guten" und bewies den riesigen Qualitätsverlust. 1970 sah sich CBS dazu gezwungen, etwas zu ändern am schlechten Image. Auch die Gitarre mit dem Namen "The Strat", die infolge des Imageverlustes auf den Markt kam und an die "pre CBS" Strat angelehnt war, konnte sich nicht bewähren. Das neue Vibrato entsprach auch nicht dem, was der Gitarrist haben wollte. Es kamen hochwertige Neukonstruktionen auf den Markt. Eine war die Elite Stratocaster, die eine aktive Elektronik und ein Messingtremolo besass. Auch diese Gitarre führte nicht zum Erfolg.

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