Fender Vintage Pickup - Geschichte Technik Materalien - Seite 2
Hand-Wicklungen: Das Handwickeln ist auch bekannt als „scatter winding“. Mir dieser Technik wickelt man den Pickup-Draht auf der Spule in einer zufälligen Weise auf. Die Fender Pickups vor 1965 wurden zur Hälfte von Hand gefertigt. Es wird mit Hilfe einer Maschine die Pickup-Spule gedreht, während ein Arbeiter den Draht auf der sich drehenden Pickup-Spule führte. Im Jahr 1965 wechselte Fender auf die "Maschinenwicklung" und das wurde zu einem vollständig automatisierten Prozess. Maschinenwicklung nimmt viel von dem Charakter des Pickup. Ein Grossteil des Klanges der alten Fender-Pickups ist aufgrund der zufälligen Schichtung und Wicklung und der Spannung des Drahtes entstanden, welcher den Ton bestimmte. Durch die Maschinenwicklung wurden die Tonabnehmer steriler und auch konsistenter.Die ab 1964 eingeführte Maschinenwicklung hatte den Vorteil, dass man die Pickups immer mit den gleichen Spezifikationen produzieren konnte und nicht viel Abweichung von Jahr zu Jahr war die Folge davon.
Isolation: Das ist die Oberflächenbeschichtung, die um den Draht liegt und welche dazu da ist, um ein Kurzschliessen zu verhindern. Wir alle kennen die Isolierung auf grösserem Draht: In der Regel ist es eine PVC-Kunststoff-Beschichtung, die man ab isolieren muss, wenn man eine Verbindung zu einer Klemme oder einer Lötstelle herstellen will. Aber auf dem extrem dünnen Draht der in Pickups verwendet wird, ist diese Isolierung ein ganz feine Einbrenn-Beschichtung. Es gibt verschiedene Arten von solchen Isolierungen: Formvar, Plain Enamel oder Poly. Fender verwendete Formvar bis etwa März 1964, danach wechselte man auf Plain Enamel. Dies geschah etwa zur gleichen Zeit, in der Fender von den schwarzen Spulen, den Black-Bobbins zu den grauen Spulen, den Grey-Bobbins, gewechselt hat.
Aderdurchmesser (OD): Das ist der Außendurchmesser des Drahtes, ohne die Isolierung. Je dünner der Draht, desto höher ist der Widerstand (Ohm), obwohl dies weniger Auswirkungen auf den Widerstand gegenüber der Anzahl Wicklungen hat.
Draht-Durchmesser: Das ist das Mass des Drahtes, den die Draht-Hersteller verwenden, eine Einheit, die in Gauge gemessen wird. Fender hat grundsätzlich 42er Gauge Draht für alle PU genommen, jedoch wurde bei den Telecaster für den Hals-Pickup 43er genommen. Der eigentliche Aussendurchmesser (OD) kann variieren, obwohl er eine einheitliche gleiche Bezeichnung hat.
Wachsen: Pickups werden oft gewachst. Das Eintauchen der Wicklungen eines Pickup in Wachs dient dazu, Vibrationen zu minimieren, so dass Pickup-Feedbacks und Mikrofonie eliminiert werden können.
Warum klingen alte Fender Pickups so gut? Wahrscheinlich gibt es viele kleine Faktoren, die die älteren Fender Pickups so gut zum Klingen bringen. Nicht ein einziger dieser Faktoren würde den Ton wesentlich ändern. Aber wenn alle man addiert, so wird dieses Ganze sich auf den Ton auswirken. Das ist der Grund, warum diese alten PU kaum kopiert werden können.
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- Geschrieben von René Grüter
- Kategorie: Technisches
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